Grundlagen

Der Fokus in der Kinaesthetics ist gerichtet auf die Gesunderhaltung der Mitarbeiter(innen) und Angehörigen,

Definition:

Kinaesthetics (englisch) Kinästhetik (deutsch) ist eine Wortschöpfung aus dem Griechischen und bedeutet die Wahrnehmung von Bewegungen.

Abbildungen zeigen Wahrnehmung und Umsetzung in die Praxis

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Begründer sind Lenny Maietta und Frank Hatch (Verhaltenskybernetiker aus den USA).

Die Grundlagen kommen aus dem Tanzen, der Bewegungstherapie, dem Biofeedback-Controll-System, Medizin und Psychologie. Gemeinsam tragen die Erkenntnisse dazu bei Menschen in allen Altersklassen mit relevanten Erkrankungen (z.B. chronische Schmerzen) und Handicaps (z.B. Paresen) individuell und kraftsparend zu mobilisieren. 

Von Geburt an beginnt der individuelle Lernprozess von Bewegungsabläufen. Das gezielte Greifen mit den Händen, krabbeln, aufstehen und gehen um ein paar Beispiele zu nennen sind aktive Lernprozesse um bewusst und unbewusst Körperteile zu steuern und zu bewegen. Das Gleichgewicht halten zu können – am Anfang unterstützt durch das Festhalten (wiederholt sich im Alter – gehen mit dem Rollator). Das Schmerzempfinden beim hinfallen. Mit dazu gehört die Unterscheidung von Fremd- und Eigenberührung. Wie fühlen sich Gegenstände an?

Mit voranschreitendem Alter denkt man nicht mehr bewusst über alltägliche Bewegungsabläufe nach, weil diese im Gehirn hinterlegt sind. So wissen die wenigsten genau, welchen Körperteil sie als erstes bewegen, wenn sie z.B. vom Bett aufstehen. Warum ist das wichtig? Für eine erfolgreiche kraftsparende Mobilisation ist das Wissen über den detaillierter Bewegungsablauf entscheidend um einen hilfsbedürftigen Menschen zielorientiert anzuleiten und zu unterstützen. Welche Position bezieht der Helfer und wohin werden die Hilfsmittel (Roll- oder Tragestuhl, etc.) platziert. Das erfordert vorab eine ressourcenorientierte Anamnese, Planung und die motivierende Kommunikation auf Augenhöhe mit dem Patienten und Dritten vor Ort. Dieser Personenkreis muss in das Team mitintegriert werden – Teamerweiterung vor Ort. Der gemeinsam geplante Bewegungsablauf der Aktivität wird  anhand der aktuellen Fähigkeiten des Patienten evtl. mit Hilfsmitteln und dem vorhandenen Raumangebot (Umgebung) ausgeführt. Die Personal-, Fach- und Handlungskompetenz und eine flache Hierarchie sind grundlegend für den Erfolg. 

Methodik:

„Bewegen und bewegt werden!“

Der Wechsel der Perspektive – der Anwender wird zum Patienten – lässt die TN die bisher ausgeführten alltäglichen Hilfeleistungen am eigenen Körper erfahren. Daraus ergeben sich neue (u.U. schmerzhafte) Erfahrungen und Erkenntnisse über die Situation des Patienten und dessen Möglichkeiten den Helfer zu unterstützen!

Abbildungen zeigen No Gos!

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„Positive Unterschiede erfahren und die Umsetzung in den beruflichen Alltag!“

Das individuelle Lernen mit allen Sinnen in einem Workshop oder besser noch in einem Grundkurs zusammen mit den anderen TN am eigenen Körper befähigt den Einzelnen anschließend sein Team erfolgreich in der Praxis anzuleiten und den Patienten zu mobilisieren.